Paco lässt dich wissen: „Meine ersten 100 Tage im CHOY…“

„So schnell vergeht die Zeit!“ – Einen Satz, den ich sonst eigentlich immer aus dem Munde meiner Oma gehört habe. Je älter ich werde und umso länger ich arbeite, desto mehr Bedeutung gewinnt diese Aussage für mich. Wie schnell ging das denn?!

Im Juli bin ich schon 100 Tage der Kontaktarbeiter der Jugendkirche. Heute, an dem dieser Artikel entsteht, wird mir bewusst, das ich vor vier Monaten gedacht habe: „Nach Ostern ist das mit diesem Virus sicher wieder erledigt.“ Auch mit ihm leben wir schon vier Monate, und auch unser Sommer wird davon geprägt sein…

Als klar war, dass auch mein Start in die „Corona-Zeit“ fallen wird, wurden mehrere Gedanken in mir laut:

  • Wie wird das wohl?
  • Kann ich das?
  • Verschwende ich nur Ressourcen?
  • Online-Angebote: Sicherlich eine schöne Sache und Interesse habe ich auch, aber wen will ich damit ansprechen, wenn ich doch gar niemanden kenne?

Es war sicherlich einer der spannendsten Zeitpunkte, den ich mir für den Start im CHOY aussuchen konnte. Ich setzte mich also mit einem etwas flauen Gefühl ins Auto und machte mich zum ersten Mal auf den Weg nach Althengstett. Jedoch wich das beklemmende Gefühl schnell der Vorfreude. Ich würde von Petra, Sascha und Steffen sehr herzlich und doch „Corona-konform“ empfangen. 🙂 Ich bekam die ersten Aufgaben, und es wurde schnell klar: Es gibt einiges zu tun…

Noch im April folgten erste Termine mit Kollegen, Pfarrern, Pastoren und Ehrenamtlichen. Vieles lief über die bekannten Videoplattformen. Das war nicht nur eine ungewohnte, sondern auch eine wichtige Erfahrung. Viele Termin, gerade mit Pfarrerinnen oder Pfarrern, sind so schneller möglich, da eine Anfahrt einfach wegfällt. Ein Stunde Gespräch mit dem Dekan war so sehr schnell möglich, und innerhalb weniger Wochen habe ich fast alle einmal gesehen oder zumindest gehört. Auch hatte ich ordentlich Zeit, mich grundlegend in die Abläufe der Jugendkirche und des Jugendhauses einzuarbeiten. Zwar lernt sich vieles immer noch im „learning by doing“-Modus, allerdings hilft der grobe Überblick hierbei sehr. Die „meat ’n‘ grill“-Aktion rundete diesen Start Anfang Mai vollends ab: Auch hier hatte ich über Skype und Instagram mit ein paar CHOY’lern zu tun, und Kai, ein aktueller Konfi, kam sogar persönlich vorbei! Eine Person, die mir niemals mehr aus dem Kopf gehen wird. 🙂

Auch die Prüfungen an der Realschule und Gemeinschaftsschule Althengstett standen an: Mit dem Format „Prüfungssegen“ waren wir zwar nicht persönlich vor Ort. Jedoch nutzten Steffen und ich das Internet und persönliche Postkarten, um die Schülerinnen und Schüler für ihre Prüfungen zu stärken und zu segnen.

Im Anschluss ging es mit großen Schritten auf die Pfingstferien zu. Auch hier testete ich eine Idee: Ich wollte mit der „CHOY Work-Station“ für Jugendliche da sein, die ihre Schwierigkeiten mit dem Homeschooling haben. Eine sehr kleine Gruppe fand sich im CHOY ein.

Zum 1. Juni durfte auch das Jugendhaus in Ostelsheim wieder öffnen. Mittlerweile ist es zu einem Fixpunkt in meiner Woche herangewachsen. 5-6 treue Besucher kommen anfangs auch trotz Einschränkungen. Seit die Pfingstferien um sind, fühlt sich mein Alltag als Jugendreferent fast wieder normal an.

Der Sommer will geplant werden, und dafür gibt es natürlich Vorbereitungen. Das bedeutet Abendtermine – Gott sei Dank. 🙂 Hinzu kommt die Anleitung für unseren FSJ’ler, der ab September bei uns startet. Sie braucht ebenfalls ein ordentliches Fundament.

Ich bin zufrieden mit meinem „Corona-konformen Start“ in der Jugendkirche. Ich hatte viele Möglichkeiten, sowohl Menschen kennenzulernen als auch wichtige Grundlagen zu erforschen. Ehrlich gesagt, hab ich’s mir deutlich schlimmer vorgestellt. Mein Stellenwechsel war die richtige Entscheidung, weil ich das Gefühl habe, an der für mich richtigen Stelle zu arbeiten und meine Energie richtig einzusetzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass immer alles locker-flockig von der Hand läuft. Aber auch das gehört zu einer guten Stelle dazu.

Nun freuen Anna-Lena und ich uns sehr, wenn wir ab 25.07. endlich in Althengstett wohnen und dann auch die kurze Zeit der Fernehe und vielen Fahrerei nach Altburg ein Ende hat. Dann freue ich mich auf persönliche Begegnungen auf dem Fahrrad oder im Ort und kurze Arbeitswege. 🙂

Auch der Sommer wird genial und spannend, und wir werden sehen, was uns nach den Sommerferien erwartet. Ihr könnt euch sicher sein, dass ich dann auch da sein und mit Steffen und der CHOY viele spannende Sachen im Gepäck haben werde! 🙂

Bis dahin, Gottes Segen und liebe Grüße,
euer Paco