Unser Pfarrer nimmt den Hut – Abschiedsgedanken von Steffen

Steffen Kaupp hat die CHOY-Mannschaft Ende Februar wieder verlassen. „Ich bin gerne und mit Leidenschaft zur Jugendkirche gestoßen, als diese sich 2018 in einer enormen Krise befand. Ich meinte, mit meiner Erfahrung und meinen Kompetenzen hier auf meiner nächsten Berufs- und Lebensetappe am richtigen Platz zu sein. Dabei hatte ich zu Beginn schon kommuniziert – zumal ich ja auch nicht mehr der Jüngste bin 🙂 – dass dies für maximal 3 Jahre sein wird“, sagt unser Pfarrer. Zumal der 50%ige Dienstauftrag im CHOY gut mit seiner Freiberuflichkeit als Berater und Rockmusiker harmonierte.

Nun werden es am Ende 2 3/4 Jahre gewesen sein. Und natürlich ist er nicht ohne Abschiedsschmerz gegangen. Denn der emotionalen und dankbaren Erfahrungen und Erlebnisse gibt es für ihn genug: z.B. denkt er sehr gerne an…

  • die zahlreichen Begegnungen mit jungen Menschen: „Zu so vielen fallen mir gleich Geschichten ein, und das ist ein Zeichen, dass zwischen uns was lebt“, sagt er. Dazu rechnet er auch seine zahlreichen GitarrenschülerInnen aller Altersklassen: „Weit mehr als nur musikalischer Wohlklang!“
  • die tolle konstruktive, harmonische und duchaus humorvolle 🙂 Zusammenarbeit im CHOY-Vorstand oder mit den Pfarrkollegen im Gäu-Distrikt und ihren Kirchengemeinden. „In den letzten Monaten habe ich nach der Vakanz unserer Jugendreferentenstelle auch das Miteinander mit Paco und Johannes, die ja im Frühjahr bzw. im Frühherbst im CHOY starteten, in unserer Dienstgemeinschaft sehr genossen.“ Auch mit dem AK CHOY oder Diakon Dominik Hartnagel wurden sehr anregende Begegnungen erlebt. Als gut unterstützend wurde das EJW Calw erfahren.
  • die vertrauensvolle Kooperation mit den Schulen und Lehrern am Ort, die einige beeindruckende Projekte beförderte, oder mit dem kommunalen Seniorenforum
  • die zahlreichen inspirierenden Gottesdienstfeiern oder „Worship-Rock-Nights“, die unorthodoxen Konfi-Aktionen oder manch andere reizvolle Projekt.

Steffen O’Ton: „Als ich vor gut 2 ½ Jahren kontinuierlich die Gäu-Jugendkirche mitzugestalten begann, war es kein Zuckerschlecken: Ich kam aus dem evangelischen Landesjugendwerk, wo ich Projektpfarrer war, um die Jugendkirche entweder „trostreich zu beerdigen“ oder aber um nochmals ein „Grünen“ zu entdecken. Maximal 3 Jahre wollte ich dieses Projekt begleiten. Die Einschätzung der Situation damals als prekär bestätigte sich gleich zu Anfang: Mit gerade mal 6 weiteren Personen feierte ich meinen ersten Gottesdienst im CHOY. 

Ich staune, was nun in dieser Zeit gewachsen ist (in denen ja auch 8 Monate lang unsere CHOY-Kontaktarbeiter-Stelle vakant war) und was ich dankbar erfahren habe: einen inspirierten und motivierten CHOY-Vorstand, ein unterstützendes und kooperatives Bezirksjugendwerk, eine Pfarrkollegenschaft im Gäu, die ihresgleichen sucht (!), offene Türen für eine schulbezogene Jugendarbeit in Althengstett, eine wohltuende Revision der gemeinsamen Konfirmandenarbeit im Gäu, eine gemeinwohlorientierte kommunale Präsenz der Jugendkirche, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, zielgruppen- und nutzenorientierte Gottesdienstfeiern, Aktionen und Programme. So vielen Menschen mit Herzblut begegnet, die mir wiederum Vertrauen entgegengebracht haben. All das sind „Gelingensbedingungen einer Kirche mit Zukunft“.

Alles in allem habe ich versucht, das Feuer und die Frische in mir anknüpfend und ressourcenorientiert einzubringen. Das, was gewachsen ist, ist nicht zuletzt durch soviel Wohlwollen und Vertrauen gewachsen, das mir von allen Seiten entgegengebracht wurde. DANKE also EUCH ALLEN – und DEM, DER UNS ALLE BEWEGT. Ich ziehe äußerst dankbar weiter und weiß die Jugendkirche nicht nur in Gottes Händen gut aufgehoben.“

Wie es weitergeht bei ihm und wann und wie wir ihn verabschieden wollen, erfährst du unter dieser Bildergalerie…

2x 50% ab Anfang März

Steffen wird ab 1. März 2021 wieder zu 100% pfarrdienstlich arbeiten. Dies allerdings mit einem spannenden geteilten Dienstauftrag:

  • mit 50% wird er nun Krankenhausseelsorger im Karl-Olga-Krankenhaus im Stuttgarter Osten. Dies wird einen Umzug nach Stuttgart mit sich bringen.
  • mit weiteren 50% wird er erneut „Projekt-Pfarrer“, und zwar für ein Projekt „Neue Aufbrüche“ in Ludwigsburg: Dort geht es darum, dass vor Ort neu erfahren wird, dass Kirche Diakonie und Diakonie Kirche ist. Die Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg und die Karlshöhe-Diakonie wollen sich noch mehr bzw. wieder mehr einander annähern.

„Es ist ein bisschen so, als ob der älteste Sohn nun aufbricht und die Familie verlässt – nicht, weil er es leid ist, vielmehr weil er seinen eigenen (Weiter)Weg gehen muss“, meint Steffen. Daher wird er auf die eine oder andere Art ganz bestimmt dem CHOY und dem Gäu verbunden bleiben.

Falls Du Steffen weiterhin erreichen möchtest, dann kannst Du das unter dieser E-Mail-Adresse weiterhin tun.